Generationengerechtigkeit

Die Kolpingjugend greift sich aus dem eher komplexen Themenfeld der Generationengerechtigkeit einen bestimmten Aspekt heraus, nämlich den des guten und wohlwollenden Miteinanders.

Wir verstehen Generationengerechtigkeit daher als Rahmen, der die Auseinandersetzung mit den Generationen „über und unter uns“ erfordert. Und genau diese Auseinandersetzung wollen wir gemeinsam mit euch das Jahr über und natürlich am Kolpingtag selbst erleben: 

Wir werden uns besonders darauf konzentrieren, wie unsere Beziehungen zu den anderen Generationen (Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene, Erwachsene und Senioren) aussehen und wie wir sie gestalten. 

Wie denken wir über Menschen einer anderen Generation? Welchen Bezug haben wir zu ihnen? Wo treffen sich Lebenswege unterschiedlicher Generationen? Zu diesen und weiteren Fragen wollen wir mit euch gemeinsam ins Nachdenken und Diskutieren kommen.

 

Generationengerechtigkeit geht der Frage nach, inwiefern das Handeln verschiedener gesellschaftlicher Generationen untereinander faire Bedingungen für jede in der Gesellschaft lebende Generation generiert. Sowohl Wissenschaft, als auch Politik und Gesellschaft können zu Bereichen der Diskussion zwischen verschiedenen Generationen werden.

Die wichtigsten Bereiche der Generationengerechtigkeit, die auf staatlicher Ebene diskutiert werden, sind die Staatsverschuldung, der Umweltschutz und die Rentenreform. Alle diese Bereiche sollten von den aktuell agierenden Generationen nachhaltig und verantwortungsvoll behandelt werden, damit folgende Generationen weiterhin gut in der Welt und auf der Erde leben können.

Um es anschaulich zu gestalten, haben wir fünf Generationen exemplarisch herausgegriffen, und grob definiert. Die Definitionen sind natürlich nicht als starr zu betrachten, vor allem nicht die Altersangaben, aber dennoch sollen sie eine Orientierungshilfe für die weitere Beschäftigung mit dem Thema bieten:

Die Kinder (2-12 Jahre): Sie quietschen, wenn sie Neues entdecken, wenn sie mit Freunden gemeinsam spielen, können oder wenn sie von ihrer Oma ein Eis geschenkt bekommen. Kurzum: Kinder genießen ihre Kindheit, während sie langsam den Ernst des Lebens, oder zumindest den der Schule kennenlernen.

Die Jugendlichen (13-19 Jahre): Sie sind nicht mehr so leicht zu begeistern, wie es die Kinder gemeinhin sind. Trotzdem gibt es Felder, in denen die Jugend sich fallen lassen und das Leben einfach genießen kann. Wie wäre es da mit dem Konzert der Lieblings-Band, einer ausgedehnten Fahrt auf dem Longboard oder dem neuen X-Box-Spiel? Auch ein aufregender Abend mit den besten Freunden lässt das Herz der Jugend höher schlagen. Zu den wichtigen Stationen der Jugend gehört natürlich die weiterführende Schule, vielleicht der erste Urlaub ohne die Eltern, enge Beziehungen außerhalb der eigenen Familie. Mal dauert die Phase der Jugend länger, mal ist sie eher vorbei…

Die jungen Erwachsenen (20-30 Jahre): Sie befinden sich in einem Stadium des Übergangs: Die Jugend liegt hinter ihnen und das Erwachsenen-Leben hat noch nicht komplett begonnen. Junge Erwachsene bewältigen wichtige Lebensaufgaben wie den Entwurf der eigenen beruflichen Laufbahn und des selbstständigen Lebens. Sie suchen nach ihren eigenen Wertvorstellungen und schaffen sich ihr individuell eigenes Umfeld. Auf dem Weg dahin gibt es viele Situationen, die die jungen Erwachsenen zum quietschen bringen: Ob es nun das selbst organisierte Fußballturnier ist oder der selbst organisierte Trip ins Ausland. Ob man ein großes Lob von den Eltern für etwas wirklich gut Gelungenes bekommt oder der beste Freund/ die beste Freundin einem sagt, wie wichtig man für ihn/ sie ist. Das Leben beginnt, die eigenen Bahnen einzuschlagen und das feiern die jungen Erwachsenen gemeinsam.

Die Erwachsenen (31-65 Jahre): Sie stehen schon voll im Berufsleben und fangen an, über die Gründung einer Familie nachzudenken. Die Erwachsenen sind die Generation in der Mitte: Die eigenen Eltern werden älter und benötigen mit der Zeit mehr Aufmerksamkeit und die eigenen Kinder müssen sowieso umsorgt werden. Der Fokus der Erwachsenen liegt also oftmals auf der Versorgung der eigenen Familie. Beruf und Hobbies stehen da manchmal hinten an. Jedenfalls ist ein echter Balanceakt zwischen unterschiedlichen Bedürfnissen zu bewältigen. Auch, wenn die Familie weniger Aufmerksamkeit benötigt oder man alleinstehend ist oder in einer kinderlosen Partnerschaft lebt, wollen Beruf, Freundschaften und Hobbies gemeinsam unter einen Hut gebracht werden.

Die Senioren (ab 66 Jahren): Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an… Die Senioren haben ihr Rentenalter erreicht und sind in der Regel trotzdem zu Beginn noch fit und agil. Sie können also ihr Leben so strukturieren, wie sie wollen, wenn sie nicht gerade weiterhin arbeiten müssen, um ihre geringe Rente etwas aufzubessern. Senioren blicken auf ihr eigenes Leben zurück und können dabei ihre Kinder und Enkelkinder begleiten, die sich an früheren Stationen des Lebens befinden. Es gehört besonders zur Generation der Senioren, dass enge Freunde, Geschwister oder der Lebenspartner versterben und der Verlust verarbeitet werden will. Die Generation der Senioren differenziert sich in vielerlei Hinsicht: Freundeskreis, Gesundheitszustand, Höhe der Rente und Einbindung in die Familie. Alle diese Faktoren haben Einfluss auf die Gestaltung des Lebens der Senioren.